IST-Analyse von Dr. Wolfgang Neiser

Seit 1994 gibt es das Heimat- und Braunkohlemuseum – das einzige in Süddeutschland- und wurde seitdem von über 15.000 Interessenten besucht. Um dieses Museum auch für die Zukunft „fit“ zu machen, hat man sich mit Dr. Wolfgang Neiser, beschäftigt beim Historischen Museum in Regensburg, professionelle Hilfe geholt. HAK-Vorsitzender Jakob Scharf konnte zu der Veranstaltung auch Bürgermeister Harald Bemmerl begrüßen, der trotz großer räumlicher Enge von „einem tollen Museum“ sprach, auf das man stolz sein könne und dass man von der Gemeinde auch künftig unterstützen werde.

 In einem Vortrag und anschließendem Workshop wurden viele Ideen gesammelt. Dr. Neiser, der sich einen Tag im Steinberger Museum „einsperren“ ließ, trug zunächst seine Ist-Analyse vor. Demnach erfüllt der Träger, der Heimatkundliche Arbeitskreis, mit seinen ehrenamtlichen Kräften alle Bereiche des Sammelns, Bewahrens, Forschens, Vermittelns und Ausstellens zu den Bereichen „Heimat“ und „Braunkohle“. Es werde die Geschichte des Braunkohleabbaus, der Ortsgeschichte, des Benefiziatenhauses, der ausgestellten Objekte und der Menschen erzählt. Seine Analyse sei ein „wachsendes Dokument“. Die Frage, was man personell, finanziell und inhaltlich leisten könne, müsse immer wieder neu gestellt werden, wobei am Entwicklungsprozess und an den Visionen oder einem Leitbild alle teilhaben sollten. Es mache keinen Sinn, „von oben oder außen etwas zu verordnen“.

In einer Talkrunde brachten die Teilnehmer alles ein, was sie positiv und negativ allgemein mit dem Begriff Museum verbinden. Da gingen die „Beurteilungen“ von „spannend, modern, weiterbildend, wertvoll, hochinteressant“ bis zu „langweilig, trocken, arbeitsaufwendig, verstaubt“. Diesen Zwiespalt – so Dr. Neiser – müsse fast jedes Museum „aushalten“. Abschließend lud er zu einem „Gedankenexperiment“ ein, wie das Steinberger Museum wohl 2025 aussehen werde. Auch hier hatten die Teilnehmer viele gemeinsame, aber auch unterschiedliche Auffassungen. Einig war man sich vor allem, die beiden Themen Braunkohle und Heimat unbedingt beizubehalten, aber auch bestimmte Bereiche mit neuen und modernen Techniken auszustatten. Dr. Neiser, dem HAK-Vorsitzender Jakob Scharf mit einem kleinen Präsent und der „Jungfernausgabe“ des „Gmoaböichls“ dankte, wird nun alle Erkenntnisse zusammenfassen, ein Konzept ausarbeiten und in einer nächsten Veranstaltung gemeinsam weitere Schritte festzulegen. Dazu ist die gesamte Bevölkerung eingeladen, da „das Braunkohlemuseum für alle Steinberger auch identitätsstiftend“ sei.